Der Feind in meinem Bad

Da steht sie. Glatt, glänzend und furchteinflößend. Wie jeden Morgen. Jeden Morgen das gleiche furchteinflößende Ritual, von dem der restliche Tag abhängt. Der obligatorische Zahnarztbesuch scheint dagegen fast lachhaft.

Mit vorsichtigen Schritten auf sie zugehen. Nicht zu schnell, nicht zu langsam. Dabei ruhig atmen. Bloß keine hektischen Bewegungen. Dadurch könnte man sie eventuell erschrecken und ärgerlich machen. Das wäre nicht gut, sie muss milde gestimmt sein. Noch schnell im Kopf überschlagen, ob der Toilettengang zufriedenstellend war. Ja, doch, das müsste soweit in Ordnung gewesen sein. Mit jedem Schritt näher, treibt es den Angstschweiß auf die Stirn. Vielleicht lieber doch nicht… Aber nein, was muss, das muss! Augen zu und durch. Lieber den Heldentod durch Herzinfarkt zu sterben, als es nicht zu wissen.

Mit dem nackten großen Zeh vorsichtig dagegen tippen um sie anzuschalten. Ein kaum merkliches Zögern, tief durchatmen und ein beherzter Schritt. Warten … noch ein bisschen warten … und nach unten schauen. Auf das Grauen, aufs Display. Was mag dort heute stehen? Wie wird der Tag sein? Über den restlichen Verlauf entscheidet sie, die Waage.

Allen die Abnehmen möchten kenne es.  Die Stimmung und Laune des Tages ist entscheidend von der angezeigten Zahl abhängig. Auch wenn der Morgen noch so gut begann, dieser Moment kann alles zunichte machen.

Da stellt sich doch die Frage, warum tut man sich das an? Tausende von Abnahmewilligen vollziehen dieses Ritual jeden Morgen, immer in der Hoffnung, das Gewicht wird weniger. Wenn das passiert, dann ist der Tag gerettet. Egal, ob es draußen stürmt oder schneit, ob der Köter vom Nachbarn wieder vor die Gartenpforte geschissen hat oder die Kollegin einen anmault – der Tag ist fulminant!

Doch was passiert, wenn nicht das gewünschte Ergebnis erscheint? Dann wird die scheinende Sonne zu einem grellen Monstrum und die zwitschernden Vögel zu kreischenden Ungeheuern. Das “guten Morgen” der Kollegen klingt wie “du mich auch” und überhaupt wäre man den Tag doch lieber im Bett geblieben.

Der Haken an der Geschichte ist nur, dass diese Zahl eigentlich so gar nichts aussagt. Selbst wenn die Zahl heute niedriger ist als gestern, sagt es nicht, ob man Fett- oder Muskelmasse oder vielleicht nur Wasser verloren hat. Eventuell sogar nichts von dem, nur der Toilettengang war erleichternder als am Tag zuvor. Die Schwankungen von Tag zu Tag können durchaus auch 2 Kilo ausmachen. Es ist sogar möglich, dass die Zahl relativ konstant bleibt und die Hose trotzdem lockerer sitzt. Ob man zu- oder abnimmt, lässt sich auch recht zuverlässig an der Kleidung feststellen. Also warum nicht einfach darauf vertrauen?

Es geht nicht darum, ob jemand tatsächlich abnehmen sollte. Sprüche von anderen die da lauten „Was willst du denn? Wenn ich deine Figur hätte, wäre ich zufrieden“, helfen einem nicht wirklich weiter. Wenn ich mit meiner Figur unzufrieden bin, dann ist das so. Ob die Nachbarin fünf Kleidergrößen mehr hat und deswegen meine Konfektionsgröße als ihren persönlichen Traum sieht, ist irrelevant. Und auf der anderen Seite gibt es Menschen, die lieber zunehmen sollten als ab. Oder solche, die sich zwar dick finden, aber es eigentlich nicht sind. Und wieder andere, die sich wahrscheinlich mit ihrem Diätwahn in zehn Jahren wünschen, sie hätten wieder das Gewicht, als sie noch dachten, sie seien zu dick. All das muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden und darum soll es hier nicht gehen.

Es geht vielmehr darum, Wohl und Wehe nicht von einer Zahl auf der Waage abhängig zu machen. Warum lässt man sich einen tollen Tag versauen, nur weil hinter dem Komma statt einer Vier eine Fünf steht? Warum ist man bereit, seine Stimmung von diesem Ding im Bad, oder auch wahlweise im Schlafzimmer, Küche oder Wohnzimmer, abhängig zu machen? Ich würde nicht einmal ein Maßband empfehlen. Immer dieselbe Stelle zum Messen zu finden ist äußerst schwierig, außer natürlich, man lässt sich diese eintätowieren. Außerdem kann auch der Umfang von Wassereinlagerungen oder der letzten bohnenlastigen Mahlzeit abhängig sein.

Darum sage ich, Abnahmewillige aller Länder vereinigt euch. Schluss mit der Selbstgeißelung und raus mit den glatten, glänzenden Ungeheuern. Keine Macht den Waagen!

Die ersten Tage mögen hart erscheinen und der Drang ist groß. Aber wenn man diese Phase ersteinmal hinter sich hat, wird der Tag nicht mehr davon abhängig sein, ob man eine Fünf oder eine Vier vor sich hat. Probiert es aus. Es lohnt sich!

Warum kardiovaskuläres Training – also Ausdauersport mit konstantem Puls – uns krank und dick machen kann

In der Regel wird Cardio-Training als gesund und als Grundlage für eine gute Figur empfohlen. Wer schlank und fit sein will geht joggen oder dreht seine Runden auf dem Stepper im Fitness Studio.

Doch leider kann das vermeidlich gute Training genau ins Gegenteil umschlagen. Es kann uns krank und dick machen. Und die Chancen stehen recht gut dafür. Und wenn man auch noch mit einer Schilddrüsenunterfunktion und/oder einem Diabetes Typ 2 vorerkrankt ist, steigen die Chancen für eine Verschlechterung von diesen signifikant an.

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